Der Schutz, die Erhaltung und Entwicklung unserer Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensräume (Biotope) und Lebensstätten (Habitate) ist erklärtes Ziel unserer Naturschutz- arbeit. Die Förderung ökologisch intakter Lebensgemeinschaften ist v.a. auf solchen Flächen möglich, auf denen sich im Verlauf ihrer Entstehung bereits natürliche und ökologisch funk- tionsfähige Zustände ohne größere, negative menschliche Eingriffe entwickeln konnten.
Im Raum Zwickau gibt es mehrere
in dieser Hinsicht zu schützende, zu pflegende und zu ent- wickelnde Biotope bzw. Biotopkomplexe. Beispiele hierfür sind dieFlächennaturdenkmale "Maxhütte" und "Lehmrestloch Brand" sowie die nach § 26 SächsNatSchG besonders ge-schützten Biotope (§-26-Biotope)
"Streuobstwiese Eckersbach" (Scheffelstraße) und "Airport- teich" (abs. Neuplanitzer Straße), die von unserem Verein seit vielen Jahren betreut
werden.
Zu unseren Aktivitäten und Zielsetzungen gehört auch der Schutz von Amphibien (insbes. Frösche, Kröten und
Molche) sowie die Erhaltung und ggf. Verbesserung ihrer Lebensräume. Jährlich sterben viele Individuen, darunter auch geschützte Arten
(z.B. Kammmolch), bei der Wanderung über Straßen auf dem Weg in die Laichgewässer.
Mit der Errichtung von Amphibienschutzanlagen
in besonderen Schwerpunkträumen und deren Betreuung (Leerung Fangeimer) versuchen unsere Mitglieder einem Massersterben bei der
Laichwanderung entgegenzusteuern.
Im Rahmen der jährlich im Winterhalbjahr stattfindenden Wasservogelzählung des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V. beteiligen sich unsere Miglieder an der Erfassung der im bzw. am Wasser der Zwickauer Mulde (Fließgewässerabschnitt Wilkau-Hasslau/Zwickau) leben- den Vogelarten. Gewonnen werden hier Erkenntnisse über die Vielfalt an Brutvögeln, Durch- züglern und Wintergästen sowie über die Beschaffenheit und Veränderung ihres Lebens- raumes.
Für die im Fließgewässer der Zwickauer Mulde vorkommende Wasseramsel (Cinclus cinclus) wurden in diesem Jahr drei Nistkästen am Gewässerrand angebracht, die zur Stabilisierung der hiesigen Wasseramsel-Population beitragen sollen.
Im Blickfeld unserer ornithologischen Aktivitäten stehen auch Vogelarten, die als sogen. "Kulturfolger" Lebensraum
in städtischen oder dörflichen Strukturen baulicher Substanz (z.B. Gebäudenischen, alte Gemäuer, Dächer von Altbauten) finden. Sanierungsarbeiten an
Ge- bäuden bedeuten in der Regel auch den Verlust der dort befindlichen Nistplätze.
Dass Umbau bzw. Sanierung von Bausubstanz auch
mit ökologischen Interessen (hier also unter Berücksichtigung der heimischen Avifauna) Hand in Hand gehen kann, sieht man an der sanierten
Nicolaischule Zwickau; hier sind unterschiedliche Nistquartiere in die Seitenfassa- den eingebaut worden, die u.a. Mauersegler
und Hausrotschwanz zugute kommen.
Besonders am Herzen liegt uns das Wohl und somit der Erhalt unserer Bäume, die in unserem Stadt- und Landschaftshaushalt aufgrund ihrer bedeutenden Rolle für Heimat, Gesundheit und Lebensqualität nicht wegzudenken sind.
Zu unseren Zielsetzungen und Interessen gehört es auch, die heimische Pflanzenwelt zu er- forschen, d.h. Aussagen zum Pflanzenbestand, der Verbreitung von Pflanzenarten und ihren Standortfaktoren zu treffen. Dies fördert sowohl das Interesse für die Botanik als wissenschaft- liche Disziplin als auch einen fachlichen Austausch mit Botanikern anderer Regionen. Zudem liefern die Ergebnisse von botanischen bzw. vegetationskundlichen Kartierungen qualifizierte Grundlagen für umfassende Naturschutzarbeit: Indem Veränderungen in der Landschaft doku- mentiert werden, können bei Bedarf auch Maßnahmen abgeleitet werden, die zur Entwicklung oder Wiederherstellung eines naturnäheren Zustandes beitragen.